30.07.2012

Thailändische Delegation zu Gast bei der AFK-Geothermie GmbH

Gruppenfoto vor der Förderbohrung

Schon mehrfach hat das interkommunale Geothermie-Projekt der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim Besucher aus dem Ausland angelockt: Waren zuletzt Finanzexperten aus der Türkei bei der AFK-Geothermie GmbH zu Gast, so informierten sich nun Energiefachleute und Wirtschaftsexperten aus Thailand über dieses Vorzeigeprojekt. Die rund 50 Mitglieder der Delegation zeigten sich beeindruckt, als AFK-Geschäftsführer Thomas Fröhlich berichtete, dass die Förderbohrungen im Herbst 2008 begonnen hatten und bereits nach einem Jahr im Herbst 2009 die ersten Kunden mit AFK-Erdwärme versorgt werden konnten. „Bis Ende 2012 werden rund 55 km Fernwärmeleitungen verlegt sein und die Anschlussleistung liegt bereits bei über 26 kW, was umgerechnet einer Wärmeversorgung von 1.753 Einfamilienhäusern entspricht“, so Thomas Fröhlich. Mit AFK-Wärme versorgt werden private, gewerbliche und kommunale Gebäude in drei Gemeinden mit insgesamt rund 28.000 Einwohnern. Im Jahr 2011 musste die Geothermie in Spitzenlastzeiten nur mit 3,4 % Öl unterstützt werden.

 

Bei ihrem Rundgang durch die Energiezentrale der AFK wurden die thailändischen Gäste auch von Helmut J. Englmann, Aufsichtsratsvorsitzender und Aschheimer Bürgermeister, sowie vom Zweiten Bürgermeister Andreas Janson aus Feldkirchen begleitet. Helmut J. Englmann wies darauf hin, dass das Geothermieprojekt nicht nur wirtschaftlich sein soll, sondern vor allem eine Umweltmaßnahme ist, die dazu beitragen kann, dass der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 beispielsweise bei einem Einfamilienhaus um 4,4 Tonnen jährlich reduziert werden kann. Zugleich sorge das Geothermie-Projekt für politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit, da fürs Heizen kein teures, knapper werdendes Öl und Gas aus dem Ausland benötigt wird.

 

Das Thema Heizen ließ die Gäste aus Thailand interessiert nachfragen, was denn mit der Geothermie-Wärme passiere, wenn im Sommer nicht geheizt werden müsse.  „Dann wird die normale Fördermenge von 75 Litern pro Sekunde gedrosselt. Zur Zeit fördern wir nur 35 Liter pro Sekunde“, erklärte Thomas Fröhlich. In Aschheim werde aus 2.200 m bis 2.500 m Tiefe heißes Waser mit 85 Grad gefördert. „Ich glaube, in Thailand ist es gut zu wissen, dass bei einer Temperatur von 100 Grad auch die Kühlung von Räumen möglich wäre“, fügte Thomas Fröhlich hinzu und erntete dafür bestätigendes Kopfnicken. Besonders beeindruckt war die Delegation davon, dass Thomas Fröhlich nicht nur Wissenswertes über die Finanzierung und Realisierung eines Geothermie-Projektes vermitteln konnte, sondern auch wusste, dass es im Norden Thailands in Chiang Mai und Chiang Rai heiße Quellen gibt, die für ein Geothermie-Projekt in Frage kommen könnten.             

 

Die Delegation hatte die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra bei ihrem Deutschland-Besuch begleitet, zu dem auch Treffen mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Martin Zeil gehörten. Von der Premierministerin wurde die Delegation auch zur AFK-Geothermie GmbH entsandt, denn auch Thailand möchte gerne energieautark werden, einen Plan für den Einsatz von erneuerbaren Energien entwickeln und eine Prototyp-Anlage von 2 bis 10 MW für abgelgene Dörfer in Betrieb nehmen. Die thailändischen Gäste werden bestimmt nicht die letzten ausländischen Besucher bei der AFK Geothermie GmbH gewesen sein: Voraussichtlich Ende August wollen Vertreter aus Nordkorea der AFK einen Informationsbesuch abstatten.

 

Foto:

 

Die thailändische Delegation ließ sich vom AFK-Aufsichtsratsvorsitzenden Helmut J. Englmann und dem AFK-Geschäftsführer (Mitte v.l.) durch die Energiezentrale in Aschheim führen und wurde dabei auch von Feldkirchens Zweitem Bürgermeister Andreas Janson (l.) begleitet.

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