25.06.2013

Energiezentrale der AFK-Geothermie GmbH soll eine Mittellastanlage bekommen

Bei der Informationsitzung für die Gemeinderäte von Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim erklärte der Geschäftsführer der AFK-Geothermie GmbH Thomas Fröhlich: „Damit es mit dem Ausbau des Geothermienetzes in den drei Gemeinden auch in den nächsten Jahren weitergehen kann, muss die Energiezentrale um eine Mittellastanlage erweitert werden.“ Die Ratsgremien wurden nun darüber informiert, dass sich der  AFK-Aufsichtsrat für eine auf Erdgas basierende Anlage entschieden hat, die 2014/15 realisiert werden soll. Eingesetzt werden soll ein Erdgas-Blockheizkraftwerk mit 800 kW Leistung und zunächst soll eine Erdgas-Absorptionswärmepumpe installiert werden. Für den Betrieb dieser Mittellastanlage muss eine Erdgasleitung zur Energiezentrale verlegt werden. Die Kosten werden sich auf insgesamt 3,6 Millionen Euro belaufen. Die Gemeinderatsgremien werden einzeln über die Finanzierung beraten.

 

Aschheims Bürgermeister Helmut J. Englmann wies darauf hin, dass die erdgasbetriebene Mittellastanlage „erst mal eine Zwischenstufe“ sei. Langfristig müsse eine Verdoppelung der Geothermie-Anlage angestrebt werden. Hierfür wären jedoch zwei Bohrungen mit sehr hohen Investitionssummen nötig und dies würde dann die finanzielle Beteiligung jeder Gemeinde erhöhen. „Bislang hat jede Gemeinde 15 Millionen Euro in die AFK einzubringen. Das würde sich mit den Bohrungen schnell auf über 20 Millionen Euro erhöhen“, so Englmann.

 

Dr. Jens Kuckelkorn vom Bayerischen Zentrum für angewandte Energieforschung e.V. erklärte bei der Sitzung, dass die Mittellastanlage nicht nur den weiteren Ausbau des  Geothermiefernwärmenetzes ermöglicht. Zudem kann der Heizölbedarf in Spitzenzeiten reduziert werden. Gesenkt werden auch die Stromkosten und der Energieverbrauch für den Eigenverbrauch der AFK. Die Mittellastanlage trägt auch dazu bei, dass bei steigenden Kundenanschlüssen die Versorgung sichergestellt wird.

 

Derzeit habe die AFK-Geothermie GmbH laut Geschäftsführer Thomas Fröhlich eine Kunden-Anschlussleistung von 32.899 kW erreicht, was in etwa einer Wärmeversorgung von 2.193 Einfamilienhäusern entspricht. Angeschlossen sind private, gewerbliche und öffentliche Gebäude. Unter Vertrag sind bereits 38,8 MW Vollanschlüsse. Hinzu kommen 5,3 MW Optionsanschlüsse. Mit einer Mittellastanlage, die erweitert werden kann, wäre in den Folgejahren eine Anschlussleistung von 61,1 MW möglich.  

 

Von den Gemeinderäten wurde das Ziel, die Ölbevorratung weiter zu reduzieren, begrüßt. Kritisiert wurde jedoch, dass der Gemeinderat erst nach der Aufsichtsratsentscheidung informiert wurde. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Feldkirchner Bürgermeister Werner van der Weck jedoch betonte, dass der Aufsichtsrat nun mal das beschlussfassende Gremium sei und stets zum Wohl der Kunden und Gemeinden handle. Dass eine Erweiterung der Geothermie-Anlage nötig ist, liegt laut Aschheims Bürgermeister Helmut J. Englmann an der großen Nachfrage. „Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass maximal 30 % einen Geothermie-Anschluss haben wollen.“ Das aber hat sich geändert, denn AFK-Geschäftsführer Thoms Fröhlich konnte eine stolze Zahl angesichts der zahlreichen Verträge für Voll- und Optionsanschlüsse beisteuern: „Vom Marktpotenzial haben wir in den drei Gemeinden über 60 % Marktanteil gewonnen. Das ist für ein junges Unternehmen wie die AFK ein sehr gutes Ergebnis.“ 

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